Saurer Urin ist eine normale Funktion des gesunden Körpers

Jedoch nur in Maßen und nicht ständig, wie wohl für alles im Leben gilt.

Die Aufgabe der Nieren ist es, Säuren und andere Stoffe, die nur auf diesem Wege entsorgt werden können, auszuscheiden, basische Stoffe zurückzuhalten und den Haushalt der Elektrolyte zu regeln.

Die Ausscheidung von Säure "kostet" die Niere immer Pufferstoffe.

Der Meßwert für die Säurekonzentration, der pH-Wert, ist eine logarithmische Größe. Verschiebung des pH-Werts um einen vollen Punkt nach oben oder unten bedeutet dementsprechend die Ab- oder Zunahme der Anzahl der H+-Ionen um den Faktor zehn. Wenden wir dies auf die Nierenleistung an: Das Blut weist mit seinem pH-Wert von 7,4 eine bestimmte Konzentration an H+-Ionen auf. Scheidet die Niere nun einen Urin von 6,4 (also um einen vollen Punktwert saurer) aus, so hat sie im Urin die H+-Ionen-Zahl um den Faktor 10 angereichert. Bei einem Urin vom pH-Wert 5,4 hat dementsprechend eine Konzentration der H+-Ionen um den Faktor 10x10, also 100 stattgefunden. Und dieser pH-Wert ist noch nicht die untere Grenze: Diese liegt bei einem pH-Wert von ca. 4,4; die Niere kann also eine Konzentration der H+-Ionen um fast den Faktor 1000 vollbringen. Jedenfalls bei Gesunden.

Wie alle Fähigkeiten, lässt auch diese mit steigendem Lebensalter nach. Und dann können die nicht mehr ausgeschiedenen Säuren Schaden anrichten. Säure, wie Sie vielleicht wissen, wirkt ätzend, greift Gewebe an. Viele entzündliche Erkrankungen wie Rheuma und Gelenkbeschwerden sind durch einen erhöhten Säurepegel im betroffenen Gewebe gekennzeichnet.

Ständig saurer Urin (Säurestarre) zeigt einen Mangel an Pufferstoffen wie vor allem Bicarbonat-Puffer. Denn die Menge der ausgeschiedenen Protonen (der Grad der Säure) spiegelt einen entsprechenden Zugewinn des Körpers an HCO3-, an Bicarbonat, das im Zuge der Protonen-Ausscheidung durch die Niere zurückgehalten wird.

Die Ausscheidung vieler Protonen ist die einzige Möglichkeit des Körpers, die verfügbare Menge an Bicarbonat (außer durch Ernährung) zu erhöhen. Ist die durch die Nahrung aufgenommene Menge zu gering, bringt auch die Rückgewinnung von Bicarbonat, das stets dringend zur Pufferung von nichtflüchtigen Säuren benötigt wird, nicht viel, der Urin wird eine Säurestarre aufweisen. Das ist bei unserer heutigen Ernährung mit geringem pflanzlichen Anteil und viel zu viel Kochsalz fast stets der Fall.

Die Thematik ist sehr komplex, aber durchaus zu bewältigen. Ich erkläre Ihnen diese Zusammenhänge auf dem Hintergrund der relevanten Fachliteratur in allgemeinverständlicher Form.



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